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Analog und digital – die Unterschiede

Von am 12. März 2018

Es gibt keine feste Definition von Analog und Digital. Man könnte es jedoch mit der Allgegenwart (analog) und der Unsichtbarkeit (digital) eines Phänomens beschreiben.

Nicholas Negroponte, ein Professor des MIT-Instituts, sagte einmal:
„Wie Luft und Wassertrinken wird das Digitale nur durch seine Abwesenheit und nicht durch seine Anwesenheit bemerkt werden. […] Computer, wie wir sie heute kennen, werden a) langweilig sein und b) in Dingen verschwinden, die zuallererst etwas anderes sind: smarte Fingernägel, selbstreinigende Hemden, fahrerlose Autos, therapeutische Barbiepuppen […] Computer werden ein umfassender aber unsichtbarer Teil unseres Alltags sein: Wir werden in ihnen leben, sie tragen, sie sogar essen. […] Begreift es doch – die digitale Revolution ist vorüber.“ …
(Nicholas Negroponte, Beyond Digital, in: Wired, 6.12.1998, http://www.wired.com/1998/12/negroponte-55)

Wir haben hier einige Metaphern aufgeführt, die den Versuch, analoge Begriffe für Digitales zu verwenden, gut darstellen: Datenautobahnen, Desktop, Ordner, Maus, Viren, Trojaner, E-Mail, Klammeraffe, Brandmauer, Rechnerarchitekten, Druckaufträge stehen in der Warteschlange, surfen, Explorer, Navigator, Safari, Mosaic.

Public by default – Öffentlichkeit als Standard

  • Es ist in digitalen Netzen einfacher etwas zu veröffentlichen, als etwas geheim zu halten.
  • Unterschiedliche Entwürfe von Öffentlichkeit (massenmedial geprägt).
  • Sender und Empfänger in einem Medium.
  • Im Internet gibt es viele Teil-Öffentlichkeiten.
  • Die Wahrnehmung hängt von der Popularität der Filter ab.

Früher waren Dinge, die man Zuhause gemacht hat, nicht öffentlich. Ohne Computer konnte keiner in die Privatsphäre eindringen, außer man hast es zugelassen. Jetzt stellt sich die Frage: Wenn man heutzutage vor dem Computer sitzt, ist man dann schon öffentlich? Oder ist man noch privat, solange man nicht mit dem Internet verbunden ist?
Der Internet-Provider kann nachvollziehen und überprüfen, wo man war und welche Seiten man benutzt hat, z.B. durch Cookies oder die IP-Adresse. Dinge wie Online-Shopping, Internet-Banking, und weiteres sind nicht mehr privat sondern öffentlich.

Copy by default – Kopieren als Standard

  • Original und Kopie sind identisch.
  • Vermehrung der digitalen Information im Gebrauch im Gegensatz zu materiellen Gütern.
  • Das Wesen des Digitalen in Abgrenzung zu Materie ist, dass wir eine verlustfreie Kopie erschaffen können.

Besonders beim Kopieren muss jedoch auch auf Urheberrechte und Lizenzen geachtet werden. Wo sind die Grenzen beim Kopieren?

Volltext-Durchsuchbarkeit

  • Die Ordnerstruktur
  • … aber was für welche?
  • Volltextsuche vs. Katalogsystem
  • Ordner sind notwendig für kollaboratives Arbeiten, aber sie sind nicht mehr als Ort für eine Datei erforderlich.

Wir hören zunehmend damit auf, die Ordnerstruktur zu benutzen. Stattdessen vertrauen wir auf die Suchfunktionen der Computer und suchen häufiger nach Schlagwörtern als nach den Ordnern oder Dokumenten selbst. Dafür kann die digitale Abspeicherung auch um einiges unsicherer sein; Was tut man, wenn man etwas unbeabsichtigt löscht? Ohne Back-Ups kann digital schnell mal etwas verloren gehen.

Trotz des digitalen Zeitalters vermischen wir gerne Analog und Digital. Ein Beispiel dazu: Wir drucken uns gerne etwas aus, anstatt es auf einem Gerät zu lesen, da es für uns dann greifbarer ist.
Auch für die Archivierung werden sowohl analoge als auch digitale Mittel verwendet. Vielleicht wird die nächste Generation die Verwendung von Papier komplett abschaffen. Oder es gibt neue Mittel, die verwendet werden. Fest steht zumindest: Die Leute, die mit digitalen Medien aufgewachsen sind, sind weniger abhängig vom Analogen als die meisten Erwachsenen heutzutage.

Raum- und Zeitsouverän

  • Schnelligkeit von Nachrichten weltweit.
  • Synchrone und asynchrone Kommunikation.
  • one2many, many2one, many2many und one2one.

Für die heutige Technologie muss man nicht mehr synchron sein. Das heißt zum Beispiel, ein Mensch muss nicht anwesend sein, um eine Mail zu empfangen, sondern kann sie auch später lesen. Für ein Telefonat muss man zwar noch synchron (also direkt anwesend) sein, jedoch haben wir auch dort eine „asynchrone Ausweichmöglichkeit“, nämllich die Mailbox.

Vernetzt und Verlinkt

  • Link als zentrales Element des Internets.
  • Der Text wurde durch Links zu einem Hypertext.
  • Hypertexte können komplexe Sachverhalte darstellen, in denen Informationen fragmentiert und miteinander verlinkt werden.
  • Hypertext haben die Linearität durchbrochen und die Erkenntniswege individualisiert.

Read & Write

  • Im Internet steht der Austausch von Informationen im Vordergrund.
  • Der Computer des Netscape Navigators.
  • Kein Unterschied zwischen dem Browser und dem ins-Internet-Schreiben.
  • Bei ADSL ist die Download-Geschwindigkeiten höher als die des Uploads.

Die digitale Welt hat sich verselbstständigt und führt ein Eigenleben.
Man ist sowohl Sender als auch Empfänger. Früher war man passiv; Alle Menschen haben die gleichen Informationen bekommen, z.B. durch Fernsehen, Radio und Zeitung. Heutzutage kann man aktiv nach Informationen suchen, die nur mal selbst benötigt oder die lediglich einen selbst interessieren. Man hat also eine wesentlich aktivere Rolle. Die Bedürfnisse der Menschen sind aber so unterschiedlich, dass jeder nur einen Bruchtteil der zur Verfügung stehenden Mittel benutzt oder kennt.

Der Künstler Aram Bartholl hat einige Projekte zum Thema Post-Digital gemacht. Weitere Informationen dazu findest du hier.

Kategorie: Allgemein

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