Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie

Seminar Netzpolitik

Einführung in die wichtigsten politischen Themen des Internets

Willkommen

Von jselzer am 8. März 2019

Image result for someone is wrong on the internetWillkommen beim Blog des Seminars Netzpolitik.

Mitgliedern einer Gewerkschaft, die unter anderem die großen Energieversorger umfasst, wird ein Netz, dessen Spannungen maximal im niedrigen zweistelligen Voltbereich liegen, nicht gerade Ehrfurcht einflößen. Doch gerade diese paar Volt haben es in sich. Sie haben in den letzten drei Jahrzehnten zu so starken gesellschaftlichen Veränderungen geführt, dass ihre Bedeutung oft mit der Erfindung des Buchdrucks oder der Dampfmaschine verglichen wird. Das Internet hat dazu geführt, dass wir heute mit der gleichen Selbstverständlichkeit eine E-Mail in die USA schicken, mit der wir früher die Hauspost benutzten. Wir haben es in einer Radikalität geschafft, Informationen in kleine Stromimpulse verpackt um die Welt zu schicken, dass wir zusehen können, wie der Briefverkehr in der Bedeutungslosigkeit versinkt. Unsere althergebrachten sozialen Treffpunkte bekommen das auch zu spüren. Gingen wir früher in die Kneipe, um uns dort auszutauschen, können wir uns heute auch bequem in unserer Messenger-Gruppe unterhalten. Konnten wir uns früher am Stammtisch stundenlang die Köpfe darüber heißreden, wie oft Bayern München schon deutscher Meister war oder oder ob im Ruhrgebiet mehr Menschen wohnen als in Berlin, tippen wir heute einfach die Schlüsselwörter in eine Suchmaschine, um Sekunden später diese Frage geklärt zu haben.

Die Welt ist kleiner geworden – weil wir einfacher kommunizieren können. Gleichzeitig wuchsen aber auch die Begehrlichkeiten. Wer den weltweiten Informationsfluss kontrolliert, kann bestimmen, wer was weiß, wer wann was sagen darf. Früher konnte ich einfach ein Buch an Freunde verleihen. Heute muss ich den Verlag fragen, ob ich die Lizenz für mein E-Book temporär an eine andere Person übertragen darf. Einige wenige Plattformbetreiber kennen mich besser, als ich mich selbst. Sie wissen, wann ich wach bin, wann ich schlafe, wo ich mich aufhalte, wen ich treffe, was ich meine, welche Krankheiten ich habe und vor allem: was ich kaufen könnte, wenn man mich nur geschickt genug davon überzeugt.

Das Internet ist weit mehr als einfach nur ein paar Kabel (oft genug nicht einmal mehr das), durch die wir Informationen transportieren. Es ist ein Lebensraum. Für viele Menschen ist die Frage, wie viele Stunden pro Tag sie „online“ sind, vollkommen unsinnig geworden. Natürlich sind sie rund um die Uhr online. Andere wiederum können oder wollen mit dem ganzen Digitalgewusel nichts anfangen. Für sie ist ein Telefon etwas, womit man telefoniert – fertig. Einen Computer brauchen sie, um Texte zu schreiben, die sie danach ausdrucken. Wenn sie fernsehen wollen, nehmen sie einen Fernseher, auf dem pünktlich jeden Abend um 20 Uhr die Tagesschau kommt. Bücher sind für sie aus Papier, ebenso wie ihre tägliche Zeitung. Sie verstehen nicht, was sich die Leute über die Datensammelwut von Google und Facebook aufregen. Sie benutzen so etwas nicht.

In welche Richtung wollen wir gehen? Ist das Internet Segen oder Fluch? Wollen wir in einer Welt des ungehemmten Meinungsaustauschs wie eine Horde Schimpansen auf Koks übereinander herfallen oder soll das Ministerium für Wahrheit nur amtlich abgestempelte Informationshäppchen zu uns durchlassen? Wollen wir weltweit nackt sein oder stülpen wir uns die Aluburka über?

Der Kampf ums Internet ist in vollem Gang, und die Front verläuft komplex. Sie verläuft zwischen den Digital Natives und den alten Herren mit Kugelschreibern. Sie verläuft zwischen links und rechts. Sie verläuft zwischen strikten Zensurgegnern und -befürworterinnenn sowie Leuten, die Zensur total böse finden – es sei denn, sie zensiert in ihrem Sinn. Sie verläuft zwischen Großkonzernen und Netz-Anarchos. Sie verläuft zwischen proprietären und offenen Standards.

Wie so oft in der Politik gibt es hier kein wahr oder falsch, aber es gibt Dinge, mit denen wir uns auseinander gesetzt haben sollten, bevor wir Entscheidungen treffen. Dieses Seminar führt in die wichtigsten Themen der Netzpolitik ein und schaltet als zusätzliche Referentinnen verschiedene Menschen hinzu, die sich an diesem Prozess intensiv beteiligen.

Durch die Themen geleiten Antonios Kyriopoulos  und Jochim Selzer.

Kategorie: Allgemein

2 Antworten zu “Willkommen”

  1. Wolfgang Erbe
    11. März 2019

    Guten Morgen,

    liebe Kollegen

  2. Wolfgang Erbe
    11. März 2019

    Moin,

    liebe Kollegen

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